August 2026

Regionale belgische Kommoden: Lüttich, Namur, Flandern

Eiche, Schnitzerei und Proportionen verraten die Herkunft eines Möbels.

Die Lütticher Möbel des 18. Jahrhunderts gehören zu den bekanntesten in Europa: massive blonde Eiche, kräftige Schnitzereien von Muscheln und Ranken, starke geschweifte Beine. Sie übertragen die Pariser Formen in ein lokales Material, ohne Furnier.

Namur bevorzugt eine schlichtere Linie, leicht geschwungene Fronten und diskretere Beschläge. Flandern hingegen bewahrt länger die Tradition der großen Schränke mit profilierten Paneelen und der zweiteiligen Vertikos.

Ein nützlicher Anhaltspunkt: das Boden- und Schubladenholz. Alte belgische Möbel verwenden oft überall Eiche, auch dort, wo Pariser Werkstätten Tanne oder Pappel verwendet hätten.

Diese Kommoden sind heute im Vergleich zu gleichwertigen französischen Produktionen unterbewertet, obwohl ihre Ausführungsqualität oft überlegen ist. Dies ist noch ein offenes Jagdgebiet für Sammler.

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