September 2026

Kuriositäten: Was man wirklich sammelt

Wunderkammern, Naturalia, Instrumente: ein Bereich, in dem die Geschichte des Objekts mehr zählt als sein Material.

Die Wunderkammer entstand im 16. Jahrhundert, noch vor den Museen: Dort wurden hierarchiefrei Naturalia (Fossilien, Muscheln, Mineralien), Artificialia (bearbeitete Objekte) und Scientifica (Instrumente) gesammelt. Der zeitgenössische Geschmack für Kuriositäten stammt direkt davon ab.

Der Wert einer Kuriosität liegt fast nie in ihrem Material. Er liegt in ihrer Provenienz, ihrer Einzigartigkeit und ihrer Präsentation: Ein alter Sockel, ein handschriftliches Etikett, eine Inventarnummer einer Sammlung sind manchmal mehr wert als das Objekt selbst.

Drei Kategorien prägen heute den Markt. Vorbereitete Fossilien und Mineralien, einschließlich künstlerisch bearbeiteter Fossilienplatten und Gebrauchsobjekte; wissenschaftliche und medizinische Instrumente des 19. Jahrhunderts; und Objekte europäischer Ethnographie – Gussformen, Werkzeuge, Votivgaben.

Ein notwendiger Hinweis: die Vorschriften. Naturkundliche Exemplare geschützter Arten, Elfenbein und bestimmte Korallen unterliegen in Europa strengen Regelungen. Ein seriöser Antiquitätenhändler wird Ihnen die CITES-Dokumente aushändigen, sofern vorhanden, oder das Stück nicht ankaufen.

Bei der Präsentation ist die Regel, zu gruppieren. Drei auf einem nackten Regal ausgerichtete Fossilien erzeugen einen Sammlungseffekt; dieselben, die im Haus verstreut sind, bleiben unbemerkt. Eine alte, selbst bescheidene Vitrine verwandelt eine Ansammlung von Objekten sofort in ein Kabinett.

Dies ist ein idealer Bereich für den Einstieg: Die Einstiegspreise sind niedrig, die Stücke sind klein, und jedes kommt mit einer Geschichte, die man erzählen kann.

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