September 2026
Antiker Schrank: Richtig auswählen, messen, leben
Eiche, Nussbaum oder Obstbaum, zwei oder drei Türen: Was einen schönen Schrank von einem raumgreifenden Schrank unterscheidet.
Der antike Schrank ist das am schlechtesten gekaufte Möbelstück überhaupt: Man verliebt sich in eine Fassade und entdeckt zu Hause, dass er den Raum beherrscht. Drei Kriterien vermeiden dieses Bedauern fast immer.
Das erste ist das wahrgenommene Volumen, das weniger von der Höhe als von der Tiefe abhängt. Ein 60 cm tiefer Schrank tritt in den Hintergrund; ein 75 cm tiefer Schrank tritt in den Raum hervor. An einer kurzen Wand bevorzugen Sie einen zweitürigen Schrank gegenüber der dritten Tür, so schön sie auch sein mag.
Das zweite ist die Zerlegung. Normandische, flämische oder provenzalische Schränke sind so konzipiert, dass sie zerlegt werden können: Kranz, Türen, Seiten, Rückwand, Boden. Ein Schrank, der sich nicht zerlegen lässt, wird keine Wendeltreppe hinaufgebracht werden können.
Das dritte ist die Holzart, die das Licht bestimmt. Helle Eiche, die durch zwei Jahrhunderte Wachs poliert wurde, wärmt einen weißen Raum. Nussbaum, tiefer im Ton, benötigt natürliches Licht. Obstbaumholz – Kirschbaum, Birnbaum – bleibt in einem modernen Interieur am diskretesten.
Ein Wort zur Nutzung. Ein antiker Schrank verträgt sehr gut eine moderne Kleiderstange: Eine Stahlstange, die in den oberen Querstreben befestigt wird, ohne die sichtbaren Seiten zu durchbohren, ist in einer Stunde angebracht und spurlos wieder entfernt. Das ist der beste Weg, ein Möbelstück zu leben, anstatt es nur auszustellen.
Auf Maison Boitel sind Schränke nach Stil und Region klassifiziert, und jede Beschreibung gibt an, ob das Möbelstück zerlegbar ist – die nützlichste Information überhaupt.



