September 2026

Ein Wohnzimmer mit Antiquitäten einrichten, ohne es zu einem Museum zu machen

Ein starkes Stück, zwei oder drei Akzente, der Rest schlicht: die einfache Methode, Altes in ein zeitgenössisches Interieur zu integrieren.

Antikes in einem modernen Wohnzimmer gelingt, wenn es selten ist, und scheitert, wenn es vollständig ist. Der Unterschied zwischen einem atmenden Interieur und einem Wohnzimmer-Museum liegt in einer einfachen Regel: ein starkes Stück, zwei oder drei Akzente und viel Leere drumherum.

Zuerst das starke Stück. Ein einzelnes Möbelstück prägt den Raum: eine Kommode Louis XVI unter einem großen Gemälde, ein Eichenschrank in einer Diele, ein Bauerntisch im Esszimmer. Man wählt es wegen seiner Präsenz – Proportion, Patina, Silhouette – und lässt ihm Raum, besonders nach oben und zu den Seiten.

Danach die Akzente, zwei oder drei an der Zahl: ein vergoldeter Spiegel über einem modernen Sofa, ein Paar stilvoller Sessel, neu bezogen mit einem schlichten modernen Stoff, ein Guéridon neben einer Architektenlampe. Antikes und Modernes antworten immer durch Kontrast – niemals durch eine gleichwertige Mischung.

Was zum Scheitern führt: die Vollständigkeit. Ein vollständig im 18. Jahrhundert eingerichtetes Wohnzimmer ist kein Wohnzimmer mehr, es ist eine Rekonstruktion. Und die Anhäufung: Drei Kommoden in einem Raum schaden sich gegenseitig, während jede einzelne für sich strahlt.

Ein letzter praktischer Hinweis: Antikes lässt sich sehr gut mit schlichten, neueren Möbeln kombinieren. Ein einfaches modernes Sofa vor einer antiken Kommode ist die sicherste Formel auf dem Markt.

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