September 2026
Altes Silber: Punzen lesen
Minerva, Hahn, Wildschweinkopf: Die kleinen, auf Silber geschlagenen Marken geben Auskunft über Feingehalt, Land und oft auch die Epoche – vorausgesetzt, man weiß, wo man suchen muss.
Altes Silber trägt seine Geschichte im Metall eingeschlagen. Die Punzen – diese winzigen Marken auf der Rückseite eines Löffels oder am Hals einer Kanne – geben Auskunft über den Feingehalt der Legierung, das Land, oft die Epoche und manchmal die Werkstatt. Sie zu lesen, verwandelt eine Schublade aus einem Nachlass in ein Inventar.
Die erste Punze, die Sie suchen sollten, ist die Feingehaltspunze. In Frankreich garantiert die behelmte Minerva seit 1838 den ersten Feingehalt von Silber; der Wildschweinkopf kennzeichnet kleine Pariser Arbeiten; der Hahn gehört zur Periode 1798-1809. Jede gibt sowohl eine Reinheitsgarantie als auch einen Datumsbereich an.
Danach die Meisterpunze: eine Raute oder ein Oval, das die Initialen und ein Symbol des Goldschmieds enthält. Das ist die Signatur, und Referenzwerke ermöglichen es, sie zu identifizieren – was alles ändert, denn ein und dasselbe Modell ist je nach Werkstatt nicht gleich viel wert.
England und die Niederlande haben ihre eigenen Systeme: gekrönter Leopard für London, jährlicher Datumsbuchstabe, holländische Stadtmarken. Die Gewohnheit stellt sich schnell ein, denn die Punzen befinden sich immer an denselben Stellen: auf der Rückseite der Griffe, am Rand der Füße, am Hals der Kannen.
Eine Falle, die Sie kennen sollten: versilbertes Metall ist kein Silber. Marken wie EPNS oder quadratische Punzen mit einem einzelnen Initial weisen auf eine industrielle Versilberung hin – dekorativ, aber von ganz anderem Wert.
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