September 2026
Alte Fayence: Die großen Manufakturen erkennen
Delft, Moustiers, Rouen, Desvres: Die Marken, Paletten und Formen, die eine Fayence identifizieren – und was ihren Wert ausmacht.
Fayence ist einer der zugänglichsten Bereiche der alten Keramik: Sie wurde bereits ab dem 17. Jahrhundert serienmäßig hergestellt, bleibt erschwinglich, dekorativ und lesbar – jede Manufaktur hat ihre eigene Palette, ihre Formen und ihre Marken.
Zuerst Delft. Das Delfter Blau – Kobalt auf weißem Grund, Landschaften, Genredarstellungen, Blumensträuße – wird überall imitiert, aber die holländische Produktion des 18. Jahrhunderts trägt gemalte Marken unter der Glasur: Initialen, Töpfe, Äxte. Die Masse ist auf der Rückseite gelblich, die Glasur leicht unregelmäßig.
Danach Rouen, die französische Gründerfabrik. Strahlende Dekore, blaue Lambrequins am Tellerrand, dann eine polychrome Palette Mitte des 18. Jahrhunderts. Die großen Stücke aus Rouen – Platten, Terrinen – gehören zu den schönsten Fayencen Europas.
Moustiers, die Manufaktur der Raffinesse: Blau- oder Grüntönen, groteske Bérain-Motive, dann polychrome Dekore. Begrenzte Produktion, extreme Feinheit, dementsprechend die Preise.
Desvres und die Manufakturen des Nordens schließlich, später und populärer: polychrome Blumensträuße, dann eine reiche Produktion im 19. Jahrhundert, immer fröhlich und erschwinglich – der beste Einstiegsmarkt für Sammler.
Um ein Stück zu lesen: Zuerst umdrehen. Die Rückseite verrät fast alles – gemalte Marke, Farbe der Masse, Brennfehler – noch vor dem Dekor. Und ein alter, patinierter Chip mindert den Wert kaum; eine neuere Restaurierung hingegen muss angegeben werden.
Auf Maison Boitel wird die alte Keramik Stück für Stück von den Antiquitätenhändlern, die sie besitzen, beschrieben, Marken fotografiert – und der Verkauf erfolgt direkt mit ihnen, mit 0% Provision.



