September 2026
Antiker Spiegel: richtig auswählen und platzieren
Quecksilberspiegel oder moderne Verspiegelung, Originalvergoldung oder neu vergoldet: Was einen antiken Spiegel auszeichnet und wo Sie ihn aufhängen sollten, damit er wirkt.
Der antike Spiegel ist eines der effektivsten Dekorationsstücke: Er verdoppelt das Licht, vergrößert den Raum und bringt die Vergoldung, die nichts anderes bietet. Doch muss man ihn richtig auswählen können.
Zuerst das Glas. Vor Mitte des 19. Jahrhunderts waren Spiegel Quecksilberspiegel: leicht grau, wellig, stellenweise gepunktet – man sagt, sie hätten Charakter, und Sammler zahlen dafür. Ein vollkommen klares Glas in einem alten Rahmen deutet entweder auf ein ersetztes Glas oder einen überarbeiteten Rahmen hin; das ist kein Mangel, sollte aber erwähnt und im Preis berücksichtigt werden.
Danach die Vergoldung. Eine Originalvergoldung ist matt, nuanciert, an den erhabenen Stellen, wo Hände vorbeigingen, abgenutzt. Eine neuere Neuvergoldung ist glänzend und gleichmäßig. Die erste ist deutlich mehr wert; die zweite ist nur dann zu beanstanden, wenn sie für etwas verkauft wird, was sie nicht ist.
Dann der Stil, der das Datum angibt: Giebel und Palmetten für die Empire-Zeit, Muschelstuck für den Louis XV-Stil, gerade Linien und Perlen für Louis XVI, vegetabile Leisten für Napoleon III. Der Trumeau – ein Spiegel mit bemaltem Paneel – gehört zu den begehrtesten.
Zuletzt die Platzierung, und das ist der Punkt, den jeder verfehlt: Ein Spiegel wird dem Licht gegenüber aufgehängt, niemals daneben. Gegenüber einem Fenster verdoppelt er das Tageslicht; gegenüber einer Lampe verdoppelt er den Abend. In einem engen Flur, am Ende, schafft er eine Perspektive.
Auf Maison Boitel werden Spiegel mit ihren Maßen und dem Zustand ihres Glases präsentiert, beschrieben vom Antiquitätenhändler, der sie besitzt – und der Verkauf erfolgt direkt mit ihm, mit 0% Provision.



