August 2026

Der Paravent: Eine mobile Architektur

In Asien geboren, von europäischen Interieurs übernommen, bleibt der Paravent das nützlichste Objekt in einem großen Raum.

Der Paravent gelangte durch die Handelskompanien der Indien nach Europa, in Form von geschnittenen und dann wieder zusammengesetzten Koromandel-Lacktafeln. Das 18. Jahrhundert adoptierte ihn, um Zugluft abzuhalten; das 19. Jahrhundert machte ihn zu einem eigenständigen Dekorationsobjekt, bestickt, bemalt oder mit Papier bespannt.

Technisch spielt sich alles in den Scharnieren ab. Die sogenannten japanischen Scharniere, aus gekreuztem Stoffband, ermöglichen es dem Paneel, in beide Richtungen zu falten – ein seltenes und begehrtes Detail.

Im Gebrauch strukturiert ein Paravent einen Raum ohne Umbauarbeiten: Er verbirgt eine unschöne Tür, schafft eine Garderobe, schließt eine zu große Ecke. An einer Wand wirkt er wie ein drei Meter langes Gemälde.

Achten Sie auf die Konservierung: Lack fürchtet Trockenheit und Heizkörper, Papiere fürchten direktes Licht. Ein Paravent wird geschlossen bewegt, niemals an einem Paneel gezogen.

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