August 2026
Ein antikes Sitzmöbel erkennen: Holz, Polsterung und Verbindungen
Ein Sessel wird zuerst von unten gelesen: Werkzeugspuren und Holzdübel verraten sein Alter.
Drehen Sie das Sitzmöbel um. Hier entscheidet sich alles. Die Zargen eines antiken Sessels tragen Spuren von Hohleisen und Handsäge, unregelmäßig, niemals perfekt parallel wie die einer Maschine.
Die Verbindungen erfolgen mittels Zapfen und Schlitz, blockiert durch leicht vorstehende Holzdübel: Das Holz ist zwei Jahrhunderte lang um sie herum getrocknet. Eine Kreuzschlitzschraube hingegen täuscht niemanden: Sie ist modern.
Die Polsterung schließlich ist selten original. Eine traditionelle Polsterung mit Tierhaar, handgegurtet und -genäht, erkennt man an ihrer festen Wölbung und ihrem geraden Rand. Eine Polsterung zu erneuern, mindert den Wert eines Sitzmöbels nicht; das Holz neu zu schneiden, schon.
Das letzte Merkmal ist die Patina: Sie sammelt sich dort an, wo Hände vorbeigehen – Armlehnen, Oberkante der Rückenlehne – und fehlt dort, wo das Objekt auf dem Boden reibt.